Ab wann gab es Farbfotos? Eine Zeitleiste für alte Fotos
Ab wann gab es Farbfotos und wann wurden sie alltäglich? Eine Zeitleiste von den 1860ern bis in die 1970er zum Datieren alter Fotos.
Von Ayoub Farid · · 3 Min. Lesezeit


Wenn deine Familienfotos an einem bestimmten Punkt plötzlich von Schwarz-Weiß zu Farbe wechseln, fragst du dich vielleicht: Warum genau zu dieser Zeit? Die Farbfotografie existiert schon viel länger, als die meisten Menschen vermuten – doch es dauerte fast ein ganzes Jahrhundert, bis sie wirklich im Alltag ankam. Diese Zeitleiste hilft dir auch dabei, deine alten Familienfotos zeitlich einzuordnen.
Zeitleiste der Farbfotografie
1861: Die Demonstration des ersten Farbfotos
Der Physiker James Clerk Maxwell demonstrierte das Dreifarbenverfahren: Er fotografierte ein Schottenmuster-Band durch rote, grüne und blaue Farbfilter und projizierte das Ergebnis anschließend übereinander. Dieses Prinzip – die Kombination von drei Farbauszügen – bildet bis heute die Grundlage fast jeder Farbfotografie.
1900er–1910er: Frühe Experimente
Fotografen wie Sergei Prokudin-Gorski in Russland nutzten drei separate Belichtungen durch Farbfilter, um beeindruckende Farbbilder der frühen 1900er-Jahre zu erschaffen. Um sie anzusehen, brauchte man damals allerdings Projektoren oder musste die Bilder aufwendig kombinieren.
1907: Autochrom-Verfahren
Die Gebrüder Lumière brachten in Frankreich die Autochromplatte auf den Markt – das erste kommerziell erfolgreiche Farbverfahren. Es erzeugte wunderschöne, körnige, fast pointillistische Bilder auf Glas. Die Belichtungszeiten waren jedoch lang und die Platten teuer, weshalb das Verfahren fast nur von Fotopionieren und Profis genutzt wurde.
1935–1936: Kodachrome und Agfacolor
Kodaks Kodachrome-Diafilm (1935) und Agfas Agfacolor (1936) machten die Farbfotografie deutlich alltagstauglicher. Dias wurden bei ambitionierten Hobbyfotografen schnell beliebt. Deshalb besitzen manche Familien noch heute Farbdias aus den späten 1930ern bis in die 1950er-Jahre.
1940er–1950er: Die ersten Farbabzüge entstehen
Farbnegativfilme und Farbabzüge kamen auf den Markt, blieben aber deutlich teurer als klassische Schwarz-Weiß-Bilder. Viele Familien machten normale Alltagsfotos weiterhin in Schwarz-Weiß und hoben sich seltene Farbdias für Urlaube und besondere Anlässe auf.
1960er–1970er: Farbe wird zum Standard
Günstigere Farbfilme, Sofortbildkameras und industrielle Großlabore machten Farbe in vielen Ländern ab den späten 1960ern und 1970ern zum Standard für Familien-Schnappschüsse – je nach Land und Haushaltsbudget jedoch mit zeitlichen Unterschieden.
Was das für deine Familienfotos bedeutet
| Dein Foto | Wahrscheinliche Epoche |
|---|---|
| Schwarz-Weiß- oder Sepia-Studioporträt auf Karton | 1860er–1920er |
| Handkoloriertes Porträt | 1840er–1950er (siehe handkolorierte Fotos) |
| Farbdias | Ab späte 1930er |
| Quadratischer Farbabzug mit weißem Rand | 1960er–1970er |
| Verblasster Abzug mit deutlichem Orange- oder Rotstich | 1960er–1980er (siehe verblasste Fotos retten) |
Weitere Tipps zur zeitlichen Bestimmung findest du im Ratgeber wie du alte Fotos datierst.
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Häufig gestellte Fragen
Wann wurde das erste Farbfoto aufgenommen?
James Clerk Maxwell demonstrierte das Dreifarbenprinzip im Jahr 1861, was gemeinhin als die Geburtsstunde der Farbfotografie gilt.
Wann wurden Farbfotos für alle alltäglich?
Für alltägliche Familien-Schnappschüsse setzte sich die Farbfotografie in den meisten Haushalten in den späten 1960ern und im Laufe der 1970er-Jahre durch.
Warum wirken so viele Fotos aus den 1970er-Jahren orange oder rotstichig?
Farbabzüge aus dieser Epoche nutzten Farbstoffe, die im Laufe der Jahrzehnte ungleichmäßig verblassen. Vor allem die Cyan-Schicht baut sich oft zuerst ab, sodass überwiegend warme Rottöne und Gelbtöne übrig bleiben.
Kann man alte Schwarz-Weiß-Fotos nachträglich einfärben?
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